Vogelfütterung im Winter

Der Winter naht und viele Gartenfreunde beginnen wieder mit der Fütterung unserer gefiederten Freunde.
Die Meinungen in der Gesellschaft und auch unter den Experten zur Vogelfütterung sind durchaus umstritten. Die einen sagen, die Vögel sollen nur bei Schnee und Frost gefüttert werden, die anderen sagen, sie sollen überhaupt nicht gefüttert werden und wieder andere, darunter bekannte Ornithologen, sprechen sich sogar für eine ganzjährige Fütterung von Vögeln aus. Wie haltet ihr es mit dem Füttern?

Füttern oder nicht Füttern, das ist eigentlich keine Frage

Maret Hosemann  / pixelio.de

Maret Hosemann / pixelio.de

Zu den Befürwortern der ganzjährigen Vogelfütterung gehört unter anderem der bekannte deutsche Ornithologe Peter Berthold. In einem Interview, dass ihr hier lesen könnt, erklärt er auch, warum es so wichtig ist, die Vögel nicht erst beim Einsetzen des Frosts zu füttern.
Bei Temperaturen von um die minus 10 Grad, so führt er aus, hat ein Vogel morgens etwa eine Stunde Zeit, einen Futterplatz zu finden, sonst schwinden seine Energiereserven und er stirbt. Kennt er jedoch nicht bereits einen Futterplatz, den er anfliegen kann, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er eine neu angebotene Futterstelle innerhalb einer Stunde nicht finden wird.
Die vom Deutschen Naturschutzbund NABU empfohlene Winterfütterung von November bis Februar lehnt Berthold daher ab und vergleicht sie mit einem Wirt, der mittags um 5 vor 12 ein Schild „Hier Mittagstisch“ an die Tür hängt.
Kritische Stimmen hingegen sagen, die dauerhafte Fütterung locke nur Tauben, Amseln und Ratten an. Berthold hält dagegen und verweist darauf, dass natürlich häufig vorkommende Vogelarten eher an den Futterstellen zu finden sind als seltene, doch auch die profitieren von dem Angebot. Ratten hingegen würden bei korrekter Fütterung nicht angelockt.

Was und wie füttert man am besten?

uschi dreiucker  / pixelio.de

uschi dreiucker / pixelio.de

Ganz gleich ob ihr ganzjährig, im Winterhalbjahr oder nur bei Frost füttern wollt, am besten nehmt ihr dazu Meisen Knödel und Körnerstreufutter aus dem Handel. Im Gegensatz zum Menschen, der Kohlehydrate verbrennt, verbrennt der Vogel in seinen Flügelmuskeln Fett, daher braucht er dieses auch ganzjährig. Vor allem im Frühjahr, wenn die Jungen aufgezogen werden, fliegen die Altvögel sehr viel und verbrauchen daher große Mengen an Fett. Auch Erdnüsse eignen sich sehr gut, nicht verfüttert werden sollten altes Brot und Küchenabfälle.
Den geeignetsten Futterspender beschreibt Berthold als ein Futterhaus mit großer Grundfläche und einem Dach auf hohen Säulen, damit auch größere Vögel darin Platz finden und eine gute Rundumsicht gewährleistet ist, damit die Vögel sich vor Fressfeinden wie Katzen schützen können.
Vögel füttern könnt ihr übrigens überall, egal ob im naturnahen Garten, auf der Terrasse oder auch mitten in der Stadt auf dem Hochhaus-Balkon. Die Futterstellen werden von den Vögeln überall dankbar angenommen.

In der nächsten Woche stellen wir euch die besten im Handel erhältlichen Futterstationen vor und zeigen euch, wie ihr ein Vogelhaus ganz einfach selbst bauen könnt.

Ein Kommentar

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