Malawis – Die farbenpächtigen Stars im Aquarium

malawiDie Farbenpracht der Malawissee-Cichliden ist einfach faszinierend und ein Malawi-Becken der Wunschtraum vieler Aquarianer. Wie die meisten Stars haben auch die prächtigen Buntbarsche aus dem afrikanischen Malawisee kleine Allüren, die man berücksichtigen sollte, um ihnen ein artgerechtes Zuhause zu bieten. Derzeit sind ungefähr hundert Arten der Malawisee-Fische bekannt.
Ganz grob können sie in die zwei Hauptgruppen Mbuna und Nonmbuna unterteilt werden.
Wenn man kein Riesenaquarium hat muss man darauf achten diese beiden Gruppen nicht zusammen in einem Aquarium ansiedeln zu wollen. Beide Gruppen teilen sich mit dem heimatlichen Malawisee zwar denselben Lebensraum, dieser ist jedoch mit unterschiedlichen Biotopen so groß, dass sich die beiden Gruppen nicht ins Gehege kommen. Auch wenn das Aquarium für die revierbildenden Buntbarsche groß genug ist, bleibt noch das Futterproblem, da der schnelle und gefräßige Mbuna den Nonmbuna das Futter wegschnappt und außerdem auch mehr pflanzliches Futter benötigt. Somit wären die Mbuna ständig überfüttert, während die Nonmbunas unterernährt Hunger leiden.
Auch, wenn es schwer fällt, solltet ihr euch für den Besatz des Aquariums für nur eine der beiden Gruppen entscheiden.

Sebastian Weller  / pixelio.de

Sebastian Weller / pixelio.de

Agil und keck oder ruhig und besonnen

Faszinierend bunt mit intensiv leuchtenden Farben sind die Vertreter beider Buntbarsch-Gruppen aus dem fernen Afrika.
Ebenso faszinierend sind auch die unterschiedlichen Charaktere der Mbunas und Nonmbunas, die trotz gleichen Heimatgewässers unterschiedlicher nicht sein könnten. Während die Nonmbunas trotz ihres Revierverhaltens ruhige Fische sind, verteidigen die agilen und kecken Mbunas ihre Reviere recht aggressiv. Zweikämpfe unter zwei Mbuna-Männchen, können für andere Arten die Harmonie empfindlich stören.
Einrichtung

Wie alle Buntbarsche lieben auch die Malawis Verstecke, aber die Malawis bevorzugen entsprechend ihrer Gruppen auch unterschiedliche Versteck- und Rückzugsmöglichkeiten. Die Malawisee-Mbuna fühlen sich in einer felsigen Umgebung wohl, in der sie mit ihren speziellen Zähnchen Algen von den Steinen knabbern können. Die Malawisee-Nonmbuna bevorzugen reichlichen Pflanzenwuchs in ihrem Lebensraum.
Bei der artgerechten Einrichtung für den zukünftigen Mbuna-Besatz spielen Steine die größte Rolle. Um ihnen eine große Auswahl an Höhlen und Verstecken zu bieten kann man auch auf Lochgestein mit ausreichend großen Löchern zurückgreifen. Lochgestein kommt im Malawisee ja eigentlich nicht vor, dafür bietet die Struktur des Gesteins aber ausgezeichnete Versteckmöglichkeiten und wird somit den artgerechten Bedürfnissen der Mbunas gerecht.

Für die Nonmbunas muss man zur behaglichen Einrichtung des Aquariums etwas tiefer in die Trickkiste greifen. Wie alle Buntbarsche graben Malawis gerne und grobkörniger Sand ist der geeignete Boden für das Becken. Das bringt bei der für die Nonmalawis benötigten Pflanzen einige Schwierigkeiten mit sich, weil diese mit ihrer Leidenschaft fürs Graben die Pflanzen schlicht wieder ausgraben. Gegen diese ungewollten Ausgrabungen kann man die Pflanzen bis zur Festansiedlung an Steinen befestigen oder sogenannte „barschfeste“ Pflanzen wählen. Als besonders barschfest ist Javafarn beliebt, auch wenn er nicht „malawisch“ ist. Wer authentische Pflanzen bevorzugt, wählt Vallisnerien, die man zumindest in Teilendes Malawisees findet. Auf Wurzeln kann bei Malawis gänzlich verzichtet werden. Liebhaber von puristischen Aquarien ohne Pflanzen brauchen da bei der Wahl der Malawi-Arten aus welcher Gruppe wohl nicht lange zu überlegen.

Kein intensives Licht

Beim Stellplatz des Aquariums unbedingt darauf achten, dass kein direktes Licht in das Aquarium fällt, auch auf übermäßige, künstliche Beleuchtung kann verzichtet werden. Zuviel Licht bedeutet für diese Fische aus den dunklen Tiefen des Malawisees nur unnötigen Stress. Eine Abdunklung der Rückwand mit beispielsweise einer Fotofolie ist für die artgerechten Rahmenbedingungen unbedingt anzubringen.

Vielfraße

Wesentlich unkomplizierter sind die Buntbarsche bei der Futterwahl, da sie nicht besonders wählerisch sind. Aber genau wie bei allen Lebewesen gilt es auch bei Malawis auf gesunde Ernährung zu achten. Von Natur aus sind sie eher karge Nahrung gewöhnt und die Gefahr der Überfütterung und Verfettung ist groß. Das gilt vor allem für zu proteinreiche Kost und die aus der Verfettung entstehenden Krankheiten und Verhaltensstörungen will wohl niemand diesen außergewöhnlich farbenprächtigen Fischen antun.

Wasserwerte

Zum absoluten Wohlfühlfaktor lieben die Malawis eine konstante Wassertemperatur mit einem relativ hohen pH-Wert und niedrigem Nitratgehalt. Die Gesamthärte beträgt optimalerweise 5-10 dGH, es sind aber auch etwas höhere Werte im Aquarium möglich.
Buntbarsche sind trotz ihrer Starallüren recht robust und unterschiedliches Wasser mit einem Temperaturunterschied von fünf Grad vertragen sie dann auch schon mal ganz gut, solange das Wasser klar und unbelastet mit hohem pH-Wert ist. Der regelmäßige Wasserwechsel kann also ohne größere Umstände bewerkstelligt werden.
Wollt ihr den Farbrausch und das interessante Verhalten der Malawis im eigenen Aquarium genießen, dann bitte achte darauf, dass das Becken auch wirklich groß genug ist und der künftige Standplatz zu den richtigen Lichtverhältnissen auch für das hohe Gewicht eines großen Aquariums geeignet ist. Wir empfehlen grundsätzlich eine Beckengröße ab 300 Liter für die Haltung der Malawis.

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