Kois im Gartenteich

Asiatische Karpfen – ein exotisches Farbenwunder im heimischen Gewässer

Das Anlegen von Teichen war schon vor über zweitausend Jahren in Asien äußerst beliebt. Schriftliche Berichte aus dem Jahr 770 vor Christus belegen die Existenz von künstlichen Gewässern und idyllischen Gartenanlagen am Hof des japansichen Kaisers. Im 17. Jahrhundert brachten englische Seefahrer den Brauch des „japanische Gartens“ nach Europa. Zuerst in England, dann aber auch auf dem europäischen Festland wurde der Bau von Fischteichen zum beliebten Hobby vieler Fürstenhäuser. Koi 1Adlige schufen damit ein kleines Paradies an ihrem Hof. Mit dem englisch-japanischen Garten wurde auch der Koi im Westen bekannt. Ursprünglich stammt dieser farbige Fisch aus Persien (heutiges Iran), wo er als Insektenfresser ins Wasser eingesetzt wurde. Kois werden auch als „Clowns“ unter den Zierfischen im Gartenteich bezeichnet. Diesen Kosenamen verdanken sie der auffällig rot-weißen und bunten Musterung und bisweilen glänzenden Farbe ihrer Schuppen. Wie alle anderen Zuchtfische hat auch der Koi natürliche Vorfahren und Verwandte in großer Zahl. Biologisch gehört einer der schönsten Fische überhaupt zu den Karpfenartigen. Mit rund 3000 Arten sind Karpfenfische, zu welchen auch einheimische Karpfen gehören, die größte unter den Knochenfischen. Wer sich an ein paar wichtige Tipps im Umgang mit Kois hält, hat viel Freude an den Exoten im Gartenteich.
Die Auswahl der Zuchtform

In Europa wurde die Koizucht in den vergangenen zehn Jahren immer beliebter. Während Teichliebhaber bis dahin ihren Koi – meist ein Einzeltier – aufwändig und teuer von Japan oder China nach Deutschland importieren mussten, erhalten Aquaristik-Fans heute sogar ganze Gruppen von Kois aus einheimischer Zucht.
Kois findet man heute in vielen Formen, Farben und Varianten. Am besten ist es für Anfänger auf dem Gebiet der Teichkultur, sich zunächst für eine Koi-Art zu entscheiden. Hier eine kleine Auswahl der 16 bekanntesten Grundformen, die auch hierzulande erhältlich ist: Der zweifarbige Kohaku (dt.: rot-weiß) ist ein typischer Koi, wie er in den meisten Gewässern schwimmt. Er hat eine eine weiße Grundfarbe mit roten Flecken an Kopf oder Rücken. Davon gibt es wiederum mehrere Varianten. Showa oder Showa Sanshuko ist der dreifarbige Koi, welcher eine schwarze Grundfarbe sowie rote bis scharlachrote und weiße Flecken hat. Auch er hat mehrere Zucht-Varianten mit unterschiedlichen Farbmusterungen. Beim Sanke oder Taisho Sanke ist die Grundfarbe nicht schwarz, sondern weiß mit roten und weißen Flecken am Kopf und am Rücken. Eine vierte Grundform ist der Asagi, eine der ältesten Koi-Arten überhaupt. Sein Name bedeutet „reines Wasser“ und „Herbstgrün“. Asagi ist nicht nur besonders schön bläulich – im Wasser wirkt er beinahe transparent – , sondern er braucht, wie alle anderen Farbkarpfen tatsächlich reines, sauberes Wasser, um sich wohl zu fühlen.

“Sternzeichen-Fische”

“Sternzeichen-Fische”

Der geeignete Lebensraum

Entscheidend für alle Farbkarpfen-Arten ist ein geeigneter Teich. Sind Wassermenge und Platzangebot zu gering, geht jede Koi-Art ein. Wenn euch Schönheiten wie Showas oder Kohakus gefallen, sollte euer Gartenteich eine Mindestwassermenge von 1,5 – 2 m³ pro Exemplar haben. Bei drei Kois (kleiner sollte die Gruppe nicht sein) werden immerhin rund 6 m³, bei vier Exemplaren bereits 8 m³ benötigt. Zehn Kois, ein kleiner Schwarm, braucht demnach gut 20 m³ Wasser. Im Grunde ist die Rechnung sehr einfach, da sich die Größe des Teiches nach der Anzahl und Größe der Kois richtet. Mit vier Kois mittlerer Größe (ca. 40 – 50 cm Länge) habt ihr einen idealen Start.

Diese Fische können jedoch bei guten Bedingungen eine Länge von 100-130 cm erreichen. Je mehr Platz und Wasser den bunten Clowns angeboten wird, desto wohler fühlen sie sich. Kois mögen jedoch keine Kälte. In Deutschland sollte die Tiefe des Teiches deshalb gut 2 m betragen, damit sich die Tiere in kühleren Jahreszeiten auf den Teichboden zurückziehen können. Dort überwintern sie problemlos, wenn sie das ganze Jahr hindurch gut gefüttert und mit speziellen Präparaten im Zoofachhandel gestärkt wurden.

Nicht nur Tiefe und Wassermenge, sondern die Reinheit des Wasser selbst ist entscheidend für das Wohlbefinden der Kois. Dazu empfiehlt sich der Einbau eines Koiteichfilters, insbesondere Biofilter mit Kammern. Kammerfilter trennen Schmutz und Schutt vom Wasser in getrennten Behältern und führen das gereinigte Wasser wieder zurück in den Teich. Wichtig bei der Anlage des Teiches ist vor allem eine ausreichende Wasserwärme mittels einer Heizung, die mit dem Filter und entsprechender Technik in den Teich eingebaut wird.

Koi sind immer hungrig, was ihrem natürlichen Wesen entspricht. Bei der Fütterung gibt es jedoch keine starren Regeln. Wichtig bei einer guten Ernährung der Kois ist, dass sie mehrmals täglich (ca. fünf bis sechsmal) zwischen Vormittag und spätem Nachmittag, kurz (etwa 1-2 Minuten „Fresszeit“) und in kleinen Mengen stattfindet. Größer Tiere brauchen weniger Futter, als Heranwachsende. Als Futter eignen sich Spezialmischungen aus dem Fachhandel und kleingehackte Zwischenmahlzeiten aus Seidenraupenpuppen und Salat.

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