Diskusfische – die farbenprächtigen Könige der Aquarien

Diskusfische sind von Natur aus bunt und schön

Ihr strahlend schönes Aussehen verdanken Diskusfische ihren wildlebenden Verwandten, der großen Gruppe der Buntbarsche. Als zahlenmäßig drittgrößte aller Fischarten gibt es vom Buntbarsch rund 900 verschiedene Formen mit jeweils typischem Muster und Farbenspiel. Cilidae, wie Buntbarsche im Fachjargon bezeichnet werden, bevorzugen ausschließlich Süßwasser und leben in nahezu allen Flüssen, Bächen und Seen in Südamerikas. Auch im „Vater Nil“ und im Viktoriasee in Afrika finden wir eine große Anzahl an Buntbarschen. Afrikanische und südamerikanische Bauern legten bereits vor Jahrhunderten Fischkulturen an, um Barsche zu züchten. Kultivierte Wild-Barsche sicherten damit die Ernährung der Bevölkerung. Aus diesen Zucht-Barschen, wozu auch die wilden Diskusse gehörten, wurden dann unsere farbenprächtigen Könige der Aquarien gezüchtet.

Diskus 1
Diskusfische haben eine weiche, rundliche und gefällige Form, die an eine Diskusscheibe erinnert. Flossen und ein kleines Stups-Mäulchen, dazu große runde Augen unterstreichen diese Rundform geradezu und lässt diese Fischart für den Aquaristik-Liebhaber besonders prachtvoll erscheinen.
Wie ihre Vettern im Nil oder Amazonas sind auch Diskusfische Schwarmtiere. Je nach Art kann ein einziger Schwarm in freier Natur aus weit mehr als 100 Einzeltieren bestehen. Die Ansammlung von zahlreichen Individuen zu einer Einheit soll Fressfeinde verwirren. Damit schützen sich die Schönlinge nicht nur selbst, sondern auch Betreiber von Aquarien haben große Freude an ihrer Farbenpracht.

Die schöne Qual der Wahl

Wenn ihr Interesse an Diskusfischen habt und euch somit ein Stück Wildnis ins Aquarium holen wollt, solltet ihr euch zunächst dafür entscheiden, welche Art der bunten Süßwasser-Könige es sein soll. Aus vier in der Natur vorkommenden Grundarten (Blauer, Grüner, Brauner und Heckel-Diskus), wurde deren Pracht und Schönheit von den gezüchteten Zierdiskussen beibehalten und in manigfacher Form weiterentwickelt. Hier eine kleine Auswahl wie sie im Zoofachhandel angeboten wird mit entsprechender Größe:
Der Blue Diamond Diskus hat eine leuchtend blaue Farbe ohne Muster und rote Augen. Gelegentlich tragen mache Sorte eine gelblich gefärbte Schwanzflosse. Blau-Türkis Diskusse sind ebenfalls blau, doch ihre blaue Schönheit wird durch rote Muster an Körper, Rücken- und Schwanzflosse ergänzt. Eine Musterung aus türkisfarbenen Streifen von Kopf bis zur Schwanzflosse ziert den Rot-Türkis Diskus. Von dieser Zuchtform gibt es mittlerweile viele Variationen. Außerordentlich schön ist der Pigeon Blood Diskus mit seinen roten Augen und cremig orange-glänzenden Grundfarbe. Diskus 2Die Größe des Diskus hängt von seinem Alter ab. Bei regelmäßiger und guter Fütterung (3x täglich und abwechslungsreich – das Spezialfutter ist im Zoofachhandel erhältlich – können die Tiere bis zu 21 Zentimeter lang und gut 15 Jahre alt werden. Kleiner Exemplare haben eine Länge von 5 bis 15 Zentimeter.

Haltung und Pflege

Diskusfische sind keine pflegeleichten Bewohner eures Aquariums. Schönheit hat eben ihren Preis. Wer sich aber an einige wenige und bewährte Rundregeln hält, hat lange und viel Freude an den Paradiesvögeln unter den Fischen.
Bei der Haltung im Aquarium geht es darum, die natürlichen Lebensbedigungen in den Tropen nachzuempfinden. Weil Diskusse nicht gerne alleine leben, sollte der Schwarm aus wenigstens fünf oder sechs Einzeltieren bestehen., optimal ist eine Gruppe von mindestens 10 Tieren. Stellt euren Fischen ein Zuhause bereit, das eine Mindestgröße von 100 x 50 x 50 cm (Länge, Breite, Höhe) und eine Wassermenge von mindesten 250 L fasst. Je größer die Fischgruppe wird, desto größer sollte das Aquarium sein. Generell gilt die Faustregel: Pro Diskus 50 Liter (ohne Bepflanzung und Technik).
Mit einer konstanten Wassertemperatur zwischen 26 und 31 Grad, einem ph-Wert (Säuregrad) von 6-6,5° und einer Gesamthärte des Wassers von 5-15° fühlen sich die Tropenfische sehr wohl.

Bepflanzt den Lebensraum der Fische gut. Denn auch die Gewässer Südamerikas sind von ihrem Wuchs geprägt. Legt das Aquarium so, dass die Rückwand dunkler und zum bepflanzten Teil des Ganzen wird. Für das Aquarium eignen sich am besten Pflanzen, die im warmen und weichen Wasser gut wachsen.
Valisneria, Echinodorus und Cryptocorynen sind krautige, robuste Pflanzen und stammen aus subtropischen und tropischen Klimazonen. Für den Lebensraum der Diskusfische sind sie damit ideal und ihr erhaltet sie in einheimischen Pflanzen- und Zoofachgeschäften. Sie dienen den Fischen als Rückzugsort und filtern Ammoniak und Bakterien aus dem Wasser. Ein wichtiger Beitrag zur Nachahmung der natürlichen Lebensbedingungen sind Ablaich- und Versteckplätze im Aquarium. Dazu eignen sich natürliche Gegenstände wie Mooreiche oder Mangrovenholz am Boden oder an den Ecken des Aquariums. Im Unterschied zur bewachsenen Rückseite, sollte die Vorderseite des Behälters frei, unbewachsen und abfallend sein. Die Futterreste können sich an der niedrigeren Stelle ansammeln und von dort, z.B. mit einem Mullsauger, besser entfernt werden.

Zuhause im Amazonasbecken

Diskus 3Mit dem Amazonasbecken versuchen Erfahrene und Neueinsteiger auf dem Gebiet der Aquaristik, den natürlichen Lebensraum des Amazonas im Aquarium möglichst naturgetreu nachzubilden. Es werden beispielsweise nur jene Pflanzenarten wie das tropische Laichkraut und der Brasilianische Wassernabel eingesetzt, die auch den Amazonas besiedeln. Diskusfische fühlen sich in diesem subtropisch-tropischen Biotop wie zuhause. Als natürlicher Filter dient hier, im Unterschied zu anderen Filteranlagen, der Einsatz von Torf. Torf sorgt nicht nur für die Wasserqualität, sondern senkt auf natürliche Weise den ph-Wert und die Wasserhärte.

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