Die Aquaristik

Aquarien sind ein beliebter Blickfang auch in deutschen Wohnzimmern und auf viele Menschen wirkt das Beobachten eines Aquariums beruhigend und entspannend. Die satten Farben der Pflanzen und die mitunter bunten Fische bringen zudem Leben und Abwechslung in den Raum.
Le_Jardin_de_NébamounDie heutige Bedeutung des Begriffs Aquarium entwickelte sich erst im 19. Jahrhundert, davor wurden unter anderem die Keller von Apotheken, in denen flüssige Arzneimittel in Fässern, Flaschen und anderen Behältnissen aufbewahrt wurden, als Aquarium bezeichnet.
Zwar hielten bereits die Sumerer im 3. Jahrtausend vor Christus Fische in Wasserbecken, diese dienten jedoch nicht der Erbauung der Sinne, sondern der Nahrungsaufnahme. Diese Haltung von Speisefischen ist auch aus dem alten Ägypten bekannt.
Reine Zierfische hielten vermutlich zuerst die Chinesen, dort wurde etwa im 1. Jahrhundert nach Christus der heutige Goldfisch gezüchtet und domestiziert und aus dieser Zeit stammen auch die ersten Berichte über Keramikgefäße in den Wohnräumen, in denen Fische gehalten wurden.

 

Auch die Römer kannten die Haltung von Fischen, sowohl als Nutzfische als auch als Zierfische. Aus dieser Epoche stammen wahrscheinlich auch die Anfänge der Salzwasseraquaristik.
Wurden bis dahin eher Süßwaserfische zum Verzehr gezüchtet und gehalten, begannen die Römer, für die reiche Oberschicht auch Meerwasserfische in Becken zu halten. Bald entwickelten sich die großen Salzwasserbecken gefüllt mit maritimen Lebensformen zu einem Statussymbol der Reichen und dienten fortan vorwiegend zur Zierde.

Die ersten Glasaquarien

1856aquariumfreshDie ersten Glasaquarien, wie wir sie heute kennen, wurden auf der Weltausstellung in London im Jahr 1851 gezeigt. Doch erst zwei Jahre später, im Jahr 1853, prägte der britische Naturforscher Philip Henry Gosse den Begriff Aquarium für die gläsernen Behälter. Gosse veröffentlichte zwei Bücher zum Thema, die in England sehr populär wurden.
In Deutschland wurde das Thema von dem 1806 in Leipzig geborenen Naturforscher, Pädagogen und Schriftsteller Emil Adolf Roßmäßler aufgegriffen und in zahlreichen Artikeln der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Besonders sein im Jahr 1854 in der damals beliebten Zeitschrift „Die Gartenlaube“ veröffentlichte Artikel mit dem Titel „Der Ozean auf dem Tisch“ fand viel Beachtung und Roßmähler wird heute auch oft als „Vater der deutschen Aquaristik“ bezeichnet. Ging es im „Ozean auf dem Tisch“ -wie der Titel bereits vermuten lässt- um Salzwasseraquaristik, so wandte Roßmähler sich mit einem zweiten Artikel, „Der See im Glase“, der Süßwasseraquaristik zu, da er erkannte, dass diese in der Praxis einfacher und mit weniger Aufwand betrieben werden konnte. Aufgrund der großen Popularität des Artikels veröffentlichte er im Jahre 1857 das Buch „Das Süßwasseraquarium“, das als der erste deutsche Aquariumratgeber bezeichnet werden kann.
Die damalige Zeit brachte auch einige Kuriositäten mit sich, so wurden die Aquarien oft mit darunter stehenden Kerzen beheizt und es gab eine angeregte öffentliche Diskussion darüber, ob es Frauen erlaubt sein solle, Aquaristik zu betreiben und Fische zu züchten.

Aquaristik heute

Heute ist die Aquaristik weitaus mehr technikorientiert als in den Anfangszeiten und es gibt viele Möglichkeiten, die Wasserqualität zu prüfen und zu optimieren, was vor allem der Lebensqualität der Bewohner zu Gute kommt.
1200px-Aquarium_tropical_-_DiscusStarben damals noch viele Fische in den Aquarien an Sauerstoffmangel oder anderen Wasserproblemen, so ist es heute auch für Anfänger möglich, ein Aquarium zu pflegen und den Fischen und Pflanzen einen artgerechten Lebensraum zu bieten.
Die Aquaristik unterscheidet sich nach wie vor in Salzwasser- und Süßwasseraquaristik, wobei die Salzwasseraquaristik technisch wesentlich aufwändiger, komplizierter und auch kostenintensiver ist als die Süßwasseraquaristik.
Dennoch sind viele Menschen fasziniert von den tropischen Unterwasserwelten und den bunten Fischen, die sich mit einem  Seewasseraquarium ins heimische Wohzimmer holen lassen.
Doch auch in der technisch etwas einfacheren Süßwasseraquaristik mangelt es nicht an Faszination und bunten Farben. Naturgetreu gestaltete Amazonasbecken, elegante und bunte Diskusfische oder ein schön gestaltetes Becken mit farbenfrohen Guppys bieten einen Blickfang, dem man sich nur schwer entziehen kann und stehen der Seewasseraquaristik optisch in nichts nach.
Letzendlich ist es wie immer eine Frage des Geschmacks und der Interessen und nicht zuletzt auch eine Frage des Geldes, für welche Art der Aquaristik man sich entscheidet. Generell werden weitaus mehr Süßwasseraquarien gepflegt und die Seewasseraquaristik genießt einen eher exotischen Status.

Für alle Aquarianer und die, die es noch werden wollen, bietet Land & Wasser wertvolle Informationen, Tipps und Tricks rund um die Haltung der dekorativen Wasserbewohner.

Wir wünschen viel Spaß beim Stöbern in unseren Aquarien-Themen und viel Freude beim Pflegen eurer schwimmenden Mitbewohner.

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